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Der Rat für Baukultur konzentrierte sich im Jahr 2004 auf zwei Schwerpunkte. Zum einen beteiligte er sich an übergreifenden Initiativen im Kontext des Deutschen Kulturrates. Zum anderen baute er seine Öffentlichkeitsarbeit aus. Anknüpfend an Aktivitäten im Jahr 2003 setzte der Rat für Baukultur erneut einen Akzent auf das Thema „Baukultur macht Schule“. Er erarbeitete eine Stellungnahme zur baukulturellen Bildung und war bei der Konferenz des Deutschen Kulturrates zur Bildungsreformdiskussion im September 2004 mit einem Vortrag vertreten. Die Disziplinen der Baukultur, ob Hochbauarchitektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur, Stadtplanung, Ingenieurbaukunst oder Denkmalschutz, sind erst mit der Erweiterung des Kulturbegriffs ins Zentrum des kulturellen Bewusstseins zurückgekehrt. Dementsprechend spielte Baukultur auch in der Diskussion um die kulturelle Bildung lange Zeit eine untergeordnete Rolle. Um das zu ändern, haben die Architektenkammern und die Ingenieurkammern der Länder und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zahlreiche Projekte für mehr Baukultur in den Schulen gestartet, die Pilotcharakter haben und zur Nachahmung anregen sollen. Für ein flächendeckendes Angebot in ganz Deutschland sind aber bessere Rahmenbedingungen und staatliches Engagement unabdingbar. Der Rat für Baukultur fordert deshalb: - die gleichberechtigte Berücksichtigung von Baukultur in Kindergarten, Schule und Erwachsenenbildung, bis es soweit ist, eine besondere Förderung von Baukultur
- eine nationale Anlaufstelle nach dem Vorbild des „Pavillon of Education“ in Rotterdam, die mit Angeboten baukultureller Bildung Impulse setzt und Schaltstelle des Wissenstransfers für Erzieher, Lehrer, Architekten, Ingenieure und Denkmalpfleger ist, und
· schöne Schulgebäude. Die im Herbst 2000 von der Bundesregierung gestartete Initiative Architektur und Baukultur hat an der Renaissance der Baukultur einen wesentlichen Anteil. Der Rat für Baukultur unterstützt deshalb den vom Bundeskabinett im Dezember 2004 verabschiedeten Gesetzentwurf zur Errichtung einer Bundesstiftung Baukultur. Die Stiftung soll den einmal in Gang gesetzten Dialog fortsetzen, genauer „das Bewusstsein für Baukultur stärken und die Qualität, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Architektur- und Ingenieurwesens in Deutschland national wie international herausstellen“. Der Deutsche Kulturrat hat die Initiative zur Stiftungsgründung mit einer Stellungnahme begrüßt, die der Rat für Baukultur vorbereitet hat. Der Deutsche Kulturrat spricht sich für eine Erhöhung des Stiftungskapitals, eine größere Unabhängigkeit der Stiftung von Bundesministerien und -tag und die Ansiedlung der Stiftung in Berlin aus. (s. puk 2/2005, S. 14) Nachdem der Bundestag im Oktober 2003 dem Antrag „Die Qualitätsoffensive für gutes Planen und Bauen voranbringen“ zunächst mit den Stimmen aller Fraktionen zugestimmt hatte, scheint das Stiftungsprojekt jedoch nunmehr in den Sog des Föderalismusstreits zu geraten: Erst gab der Bundesrat im Februar 2005 eine ablehnende Stellungnahme zum Entwurf des Stiftungsgesetzes ab. Im März 2005 löste der Gesetzesentwurf dann bei der ersten Beratung im Bundestag eine Kontroverse aus. (s. auch S. ???) Außer an der Bildungsreformdiskussion und der Initiative Architektur und Baukultur beteiligte und beteiligt sich der Rat für Baukultur an der Koalition zum Schutz kultureller Vielfalt der deutschen UNESCO-Kommission. Seit Herbst 2004 ist der Rat für Baukultur darüber hinaus Mitglied der Initiative Hören. Mitglieder des Rates für Baukultur arbeiten schließlich kontinuierlich im Sprecherrat und den Fachausschüssen des Deutschen Kulturrates mit. Als neue Mitglieder konnte der Rat für Baukultur die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung und die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur gewinnen. Der Sozialverband VdK Deutschland trat jedoch mit Wirkung zum 31. Dezember 2005 aus dem Rat für Baukultur aus. Im September 2004 veröffentlichte der Rat für Baukultur erstmals einen Imageflyer. Seit Anfang April 2005 ist der Rat für Baukultur online: www.baukulturrat.de.
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