Jahresbericht 2003
Dr. Claudia Schwalfenberg 03.05.2004

Der Rat für Baukultur setzte sich im zurückliegenden Jahr schwerpunktmäßig mit dem Thema „Baukultur macht Schule“ auseinander. Zusammen mit der Bundesarchitektenkammer (BAK) bereitete er eine gleichnamige Veranstaltung am 22. April 2004 in Berlin vor.

Prof. Dr. Max Fuchs, Vorsitzender des Deutschen Kulturrates, betonte in seinem Eingangsstatement, der Baukultur komme als Teil der kulturellen Bildung in der gegenwärtigen Bildungsreform eine große Bedeutung zu. Um der „strukturellen Demütigung“ deutscher Schüler, die in der PISA-Studie diagnostiziert worden sei, ein „Klima der Ermutigung“ entgegen zu setzen, sei ein weiter Bildungsbegriff erforderlich.

Wie gute Praxis aussehen kann, zeigten BAK-Vizepräsidentin Nina Nedelykov, die einen Überblick über die Projekte der Länderarchitektenkammern gab, Hanna Hilger von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die das bundesweite Projekt „denkmal aktiv“ präsentierte, und Schüler, die selbst an Projekten teilgenommen hatten bzw. noch teilnehmen.

Die abschließende Podiumsdiskussion brachte Hinweise, was die Politik tun kann, damit die guten Beispiele Schule machen. Tilo Braune, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, verwies auf die künftige Stiftung Baukultur. Gitta Connemann, Vorsitzende der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“, erläuterte, die Kommission denke darüber nach, Kultur als Grundrecht im Grundgesetz zu verankern, um so die kulturelle Grundversorgung zu sichern. Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, kündigte Arbeitsmaterialien zum Thema Baukultur für Vertretungsstunden an. Dr. Otto Seydel vom Institut für Schulentwicklung in Überlingen forderte zu guter Letzt, die Politik müsse den Dialog zwischen Lehrern und Architekten als externen Experten fördern. (ausführlicher Bericht s. puk ?/2004, S. ?.)

Eine Stellungnahme zur baukulturellen Bildung, die in die Konzeption Kulturelle Bildung des Deutschen Kulturrates einfließen soll, ist derzeit in Vorbereitung. Einen ersten Einblick in das Thema gibt der Artikel „Baukultur muss Schule machen“ (s. puk 4/2003, S. 10f.).

Neben Fragen der kulturellen Bildung verfolgte der Rat für Baukultur intensiv die Arbeit der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“, gegenüber deren Vorsitzender er mündlich und schriftlich die Anliegen der Baukultur formulierte.

Der Rat für Baukultur begleitete auch die Aktivitäten der Initiative Architektur und Baukultur (s. die Artikel „Baukultur im Aufwind“ zum Ersten Konvent der Baukultur und zur geplanten Stiftung Baukultur in puk 1/2003, S. 22 und „Bundestag einig über Baukultur“ zum Antrag „Die Qualitätsoffensive für gutes Planen und Bauen voranbringen“ in puk 1/2004, S. 23).

Im Sommer 2003 setzte der Rat für Baukultur sich für die Erhaltung des Denkmalschutzprogramms „Dach + Fach“ ein. Zwar fand der Rat für Baukultur Widerhall in Presse und Hörfunk, eine Streichung des Programms durch Kulturstaatsministerin Dr. Christina Weiss konnte er jedoch nicht verhindern.

Mitglieder des Rates für Baukultur arbeiteten kontinuierlich im Sprecherrat und den Fachausschüssen des Deutschen Kulturrates mit und brachten dort die Interessen der Baukultur ein.

Im April 2004 konnte die Bundesingenieurkammer als neues Mitglied des Rates für Baukultur gewonnen werden, in dem nunmehr erstmals auch Beratende Ingenieure und Bauingenieure vertreten sind.

Die Geschäftsstelle des Rates für Baukultur ist seit Oktober 2003 bei der Bundesarchitektenkammer angesiedelt.
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