Jahresbericht 2008
30.01.2009

Personalia

Zum Jahreswechsel hat Frau Dr. Schwalfenberg als Sprecherin den Rat für Baukultur verlassen. Frau Waldmann, Nachfolgerin von Frau Dr. Schwalfenberg als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Bundesarchitektenkammer, übernahm ab Februar die Geschäftsführung des Rates. Zum neuen Sprecher wurde Dr. Peter Schabe gewählt.

Bericht der Enquete-Kommission

Der Rat für Baukultur hat sich in seiner ersten Sitzung im März 2008 ausführlich mit dem seit Ende 2007 vorliegenden Bericht der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ befasst. Die Kommission hatte ca. 500 Vorschläge vorgelegt, die zur Diskussion und Umsetzung anstehen. Dass der Bericht u. a. mit der Fehleinschätzung aufräumt, Kultur könne nur mit öffentlicher Förderung stattfinden, wird ausdrücklich begrüßt. Der Bürger als Marktteilnehmer und Nutzer von Kultur leiste hier den größten Beitrag, indem er seine Zeit zur Verfügung stellt. Damit sei er zweitwichtigster Förderer der Kultur. Erst an dritter Stelle sei er als Steuerzahler gefragt. Die Enquete-Kommission wie der Deutsche Kulturrat fordern als Ergänzung zum geltenden Urheberrecht eine Gebührenpflicht für die kommerzielle Nutzung von Abbildungen von Kunstwerken im öffentlichen Raum. Bauwerke sind bisher von diesem Passus ausgenommen. Hier wird die Abgrenzung als sehr problematisch angesehen. Im Bericht wurde auch die Einrichtung einer Bundeszentrale für kulturelle Bildung angeregt und die Aufnahme der Kultur als Staatsziel in das Grundgesetz.

Bundesstiftung Baukultur

Seit Anfang diesen Jahres hat auch die Bundesstiftung Baukultur ihre Arbeit aufgenommen und sich in Potsdam etabliert. Der Vorstandsvorsitzende, Herr Prof. Michael Braum, wurde im Juni zur Sitzung des Rates für Baukultur eingeladen und berichtete über die künftigen Ziele und Aufgaben der Bundesstiftung: Herr Prof. Braum, der im Dezember 2007 durch den Stiftungsrat bestellt wurde und zuvor als Professor am Institut für Städtebau und Entwerfen sowie als Vizedekan der Fakultät für Architektur und Landschaft an der Leibniz Universität Hannover tätig war, sieht als eine der vorrangigen Anfangsaufgaben die noch ausstehende Klärung des Begriffs „Baukultur“ an. Die Bundesstiftung verfolgt laut Professor Braum vorerst sechs wesentliche Ziele:

·         Profilierung der Bundesstiftung Baukultur

·         Gewinnung der breiten Öffentlichkeit für das Thema Baukultur

·         Entwicklung einer Verfahrenskultur, insbesondere in den Kommunen (z. B. durch Etablierung kommunaler, unabhängiger Gestaltungsbeiräte, die Entwicklung eines Verfahrenskodex und die Einführung einer Zertifizierung für baukulturell verdiente Kommunen)

·         Baukultur im internationalen Austausch entwickeln

·         Baukultur im Dialog mit den Hochschulen qualifizieren

·         Gewinnung von Förderern der Baukultur, Einbringung des Themas Baukultur in die Medien

Neupositionierung des Rates für Baukultur

Nachdem die Bundesstiftung als weiterer Akteur im Bereich Baukultur die Arbeit aufgenommen hat, stellte sich dem Rat für Baukultur die Frage, welche Rolle er im Kreis der baukulturell agierenden Institutionen zukünftig wahrnimmt. Hier sah sich der Rat für Baukultur zu einer Neupositionierung veranlasst, da bei der großen Anzahl von Akteuren im Bereich Baukultur eine differenzierte Profilierung der einzelnen Akteure zunehmend schwierig wird. Hierzu wurden von den Mitgliedern Ideen und Vorschläge erbeten.

Demnach soll vornehmlich im Deutschen Kulturrat die Einbindung des Themas Baukultur vorangetrieben werden, das bedauerlicherweise immer noch selten als Bestandteil der Kultur Berücksichtigung findet. Darüber hinaus wurde beschlossen, einen Baukultur-Prüfstein in die Wahlprüfsteine des Deutschen Kulturrats zu integrieren. Der Rat hat in diesem Zusammenhang ebenfalls beschlossen, eine Nominierung für den Kulturgroschen aus dem Bereich der Baukultur zu erreichen. Die Bedeutung des Themas als Querschnittsaufgabe in allen Kulturbereichen wurde noch einmal deutlich hervor gehoben. In diesem Zusammenhang wird es als besonders wichtig angesehen, Vertreter aus dem Bereich Baukultur vermehrt auch als Sachverständige in die Fachausschüsse des Deutschen Kulturrats zu entsenden.

Wichtig ist den Mitgliedern des Rates für Baukultur aber vor allem die Beibehaltung der eigenen Unabhängigkeit. Aus diesem Grund strebt der Rat für Baukultur auch in Zukunft keine Mitgliedschaft in weiteren Organisationen an, sondern wird ggf. nur mittelbar über einzelne Mitglieder in verschiedenen Gremien vertreten sein.

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